Montag, 14 November 2016 17:13

Fahrbahnstreifen in der Kritik

geschrieben von Götz Herrmann

In den vergangenen Tagen wurde sehr viel über die neue Fahrbahnmarkierung auf der Heegermühler Straße diskutiert. In unserer Fraktion gab es dazu sehr viele Gespräche. Klar ist, dass auch wir für ein besseres, sicheres und durchgängiges Radwegenetz in Eberswalde sind. Dennoch dürfen wir den bereits häufig sehr stockenden Straßenverkehr in unserer Stadt nicht einfach so abtun, denn viele Pendler und ältere Bürger sind auf das Auto angewiesen. Der nun neu markierten Schutzstreifen für Radfahrer (Angebotsstreifen) kam ohne jegliche Vorankündigung und die Bürger wurden hier vor vollendete Tatsachen gestellt. Besonders ältere Verkehrsteilnehmer stellt die neue Situation vor große Probleme. Der Verkehr staut sich immer wieder auf und das von der Verwaltung propagierte „versetzte Fahren“ bedeutet leider keinerlei Entlastung. Mit dieser Variante haben wir eine gut funktionierende Verkehrsader, die den Verkehr bisher zügig durch unsere Bandstadt leitete, in ihrer Funktion stark beeinträchtigt. Und wenn man den Straßenverkehr behindert, behindert man auch den ÖPNV. Ein fließender Verkehr erzeugt auch weniger Emissionen als stockender. Die (Über-)Breite des markierten Radweges hinterlässt auch viele Fragezeichen bei Autofahrern. Der Verkehrsraum im Bereich Bahnhofsbrücke bis zum Kino hätte eine Verbreiterung der Straße möglich gemacht, um allen Verkehrsteilnehmern den benötigten Raum zu geben. Es scheint, als hätte das Landesstraßenamt hier einfach nur die preiswerteste Lösung umgesetzt. PKWs und Radfahrer teilen sich somit nun einen verengten Verkehrsraum. Es muss noch viel klarer artikuliert werden, dass der markierte Bereich „bei Bedarf“ überfahren werden kann, denn dieserist nicht nur Radfahrern vorbehalten (§39 Abs.3 StVO)! Somit ist auch ein zweispuriger Verkehr „bei Bedarf“ möglich, sofern der markierte Bereich dann gerade nicht von Radfahrern genutzt wird. Zur dieser neuen Situation kommt mit der Einrichtung ein Linksabbiegerspur auf Höhe des Westendcenters auch noch eine zusätzliche Verengung hinzu. Hier fragen wir uns ob es nicht möglich gewesen wäre, gemeinsam mit dem Investor und dem Landesstraßenamt eine bessere Lösung zu finden. Unserer Meinung wäre es sinnvoller gewesen diese Linksabbiegerspur auf dem Mittelstreifen zu realisieren, anstatt den Verkehrsfluss noch mehr zu behindern. Alles in allem ist die aktuelle Lösung in der Heegermühler Straße für uns leider nicht zufriedenstellend.


Gelesen 424 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Januar 2017 09:59
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