Montag, 15 September 2008 02:00

Stellungnahme zur geplanten 380-kV-Freileitung durch das Biosphärengebiet Schorfheide – Chorin und die Stadt Eberswalde

geschrieben von Thomas Gilles

380-kV-Freileitungen sind Standard im europäischen Verbundnetz um große Stromleistungen zu transportieren.
Diese Stromleitungen benötigen dafür 50 m hohe Gittermasten mit einer Breite von 31 m.
Der Flächenverbrauch und die Flächenbelastung sind enorm. Mit dem erforderlichen Sicherheitsstreifen ergibt das eine Trassenbreite von 70 m.
Ein solches Bauwerk ist ausgeprägt dominant und beeinträchtigt allein durch seine visuelle Wirkung der Hochspannungsmasten das Bild von Kulturlandschaften und Städten.
Die visuelle Wirkung wird unterschiedlich bewertet. So kann eine 380-kV-Leitung als Zuleitung zu einem großen Industriestandort integrativ und positiv gesehen werden.
Rechtliche Regelungen gibt es zurzeit nur im Bereich des Denkmal- und Naturschutzes.

Da für 380-kV-Freileitungen ein Ansatz von 80 Jahren Standzeit gilt, muss die Dominanz einer solchen Freileitung über einen langen Zeitraum als unveränderlich hingenommen werden.
Für die Durchquerung der geschützten Kulturlandschaft Schorfheide-Chorin und der Stadt Eberswalde ist eine oberirdisch geführte 380-kV-Stromleitung ungeeignet. Dies würde langfristig Fakten der weiteren Unbebaubarkeit in der Stadtbesiedlung schaffen und mit ihrer visuellen Wirkung eine ganze Kulturlandschaft zerstören. Desweiteren sind die gesundheitlichen Aspekte der dauerhaften Beeinträchtigung der Anwohner durch Elektrosmog bis heute nicht geklärt.

Von der Bürgerfraktion Barnim wird daher für sensible Bereiche der Wohnbebauung und des Natur- und Umweltschutzes eine unterirdische Trassenführung eingefordert.


Auf den einmal monatlich stattfindenden Stammtischen werden schwerpunktmäßig kommunalpolitische Ereignisse diskutiert. Der Stammtisch findet regelmäßig am ersten Donnerstag eines Monats um 19.00 Uhr im Büro der Bürgerfraktion Barnim, Eisenbahnstraße 51, 16225 Eberswalde statt.

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